Tipps+Tricks-Newsletter 16

Zurück zur Übersicht



Schaffen Sie sich beim Präsentieren ein Prominenz-Volumen:


Die meisten gewohnten alltäglichen Situationen sind sogenannte "One-To-One-Situationen".
Bei diesen One-To-One-Situationen kommunizieren wir im Dialog mit einzelnen oder wenigen Kommunikationspartnern im wechselnden und symetrischen Ping-Pong-Dialog.
Jedes Gespräch in der Familie oder jedes Gespräch mit einem Kunden ist eine typische One-To-One-Kommunikations-Situation.

Wenn wir dagegen vor Publikum Vortragen, Reden oder Präsentieren befinden wir uns eher in einer sogenannten "One-To-Many-Situation".
Hierbei stehen wir als einzelne Person eine gewisse Zeit lang zentral vor einem erwartungsvollen Publikum und stellen eine Idee, ein Konzept oder ein Produkt dar.
Dabei ist der Präsentator als "Redender" definiert und die Zuhörer sind als "Zuhörende" definiert. Daher ist die Kommunikation eher asymetrisch angelegt. Diese Asymetrie (die mehr oder weniger stark ausgeprägt sein kann) muss sein - sonst wäre es keine Präsentation, sondern "nur" ein geleitetes Meeting oder eine Moderation.

Die One-To-Many-Asymetrie lässt den Präsentator - ob er will oder nicht - in eine gewisse "Prominenz" rutschen.
Der Begriff "Prominenz" kommt vom lateinischen "prominere" und bedeutet so viel wie "herausragen" oder "hervorragen".
Und der Präsentator ist - ob er will oder nicht - in seiner zentralen Rolle immer aus dem Kreis der im Raum anwesenden Menschen hervorragend:
Denn:
Er steht - Die Anderen sitzen.
Er bewegt sich viel - Die Anderen bewegen sich kaum.
Er spricht - Die anderen hören.
Er schaut alle Anderen an - Die Anderen schauen fast nur ihn an.


Diese Prominenz muss der Präsentator aber auch für sich annehmen und durch ein angemessenes Verhalten repräsentieren - sonst verliert er seine Performance als Präsentator. Denn das Publikum erwartet, dass der Präsentator die Prominenz annimmt und auch in einem gewissen Sinne zelebriert.

Es gibt hierzu 3 Volumen-Bereiche, in denen der Präsentator ein Art "Volumen" aufbauen kann und soll, um dadurch eine gewisse Prominenz auszustrahlen.


1. Volumen-Bereich - Lautstärke-Volumen:
Ein Präsentator der durchweg zu leise spricht, nimmt sich dadurch deutlich Lautstärke-Volumen und damit Wirkkraft und Sendungskraft vor dem Publikum.
Daher ist es wichtig, das Lautstärke-Volumen des eigenen Präsentationsauftritts der damit verbundenen Prominenz und Zentralität anzupassen.
Im Zweifelsfall sollte man lieber eine Nuance zu laut sprechen als eine Nuance zu leise.
Wenn man als Präsentator selbst das Gefühl hat, dass man gerade minimal zu laut spricht, dann passt das Lautstärke-Volumen meistens recht gut.
Man muss auch aufpassen, dass man nicht am Ende der Sätze leiser wird. Dies kommt häufig vor und senkt ganz subtil die gesamt Wichtigkeit der eigenen Aussagen.
Prominenz sein heisst daher auch: Lautstärke-Volumen zelebrieren und nutzen.


2. Volumen-Bereich - Zeit-Volumen:
Ein Präsentator, der sehr hektisch und gehetzt vor dem Publikum auftritt, nimmt sich dadurch Wirkkraft und Sendungskraft vor dem Publikum.
Solch ein Präsentator scheint sich nicht wichtig genug zu sein, um mit seinen Gedanken dem Publikum auch bewusst etwas Zeit-Volumen zu kosten.
Wer gute Gedanken und Konzepte hat und davon überzeugt ist, der darf sich für deren Darstellung auch Zeit-Volumen nehmen - so sollte man sich zumindest beim Auftritt vor dem Publikum fühlen. Das Publikum muss deutlich spüren, dass der Präsentator das Zeitzepter in der Hand hat und auch bewusst nutzt.
Man sollte also vermeiden zu schnell zu sprechen oder ohne deutliche Wirk-Pausen zu sprechen.
Auch sollte sich der Präsentator nicht allzu schnell bzw. gehetzt im Raum zu bewegen.
Ebenfalls nimmt eine zu schnelle Gestiken, die man nicht nachwirken lässt, sehr viel Wirkkraft.
Umgekehrt kann man als Präsentator kaum mehr Prominenz aufbauen, als wenn man beim Präsentieren mal eine so lange Pause macht, dass diese dem Publikum schon ein kleines Bisschen weh tut. Probieren Sie es aus: Machen Sie mal zwischen 2 Sätzen eine Pause von 7 Sekunden - und Sie werden spüren, welche Zentralität und Prominenz Sie damit vor dem Publikum gewinnen. 
Prominenz sein heisst daher auch: Zeit-Volumen zelebrieren und nutzen.


3. Volumen-Bereich - Raum-Volumen:
Ein Präsentator, der zu wenig Platz im Raum einnimmt, nimmt sich dadurch Wirkkraft und Sendungskraft vor dem Publikum.
Sie als Präsentator sind die zentrale Person. Daher gehört der Raum und vor allem die Bühne Ihnen und Ihrem Auftritt.
Ein Präsentator, der beispielsweise permanent mit einem zu engen Stand vor dem Publikum steht, verliert dadurch Standing und Prominenz in seiner Wirkung.
Ein Präsentator, der über sehr lange Zeit auf dem gleichen Platz stehen bleibt, ohne seinen Raum zu nutzen, verliert dadurch Sendungskraft.
Oder wenn ein Präsentator beispielsweise zu enge Gestik (nur kurz vor dem Bauch) macht, vergibt er sich dadurch auch sehr viel Prominenz.
Oft wird eine zu enge Gestik auch mit einer zu schnellen Gestik kombiniert - dadurch verliert der Präsentator gleich doppelt an Prominenz-Volumen: Raum-Volumen (zu eng) und Zeit-Volumen (zu schnell).
Man kann aber gerade umgekehrt besonders das Raum-Volumen und das Zeit-Volumen sehr schön miteinander koppeln, indem man Gestik nicht nur räumlich etwas weiter macht, sondern diese auch zeitlich etwas länger im Raum "stehen lässt".
Prominenz sein heisst daher auch: Raum-Volumen zelebrieren und nutzen.


Alle 3 Volumen-Bereiche (Lautstärke-Volumen + Zeit-Volumen + Raum-Volumen) tragen ganz wesentlich zur Wirkung des Präsentators als Prominenz vor seinem Publikum bei.
Aufgrund unserer Erfahrung aus mehr als 1000 Präsentations-Trainings und Präsentations-Supervisionen können wir guten Gewissens sagen, dass man als Präsentator auch kaum Angst haben muss, dass man diese Volumen-Bereiche übertreibt.






Hier noch was Merk-Würdiges zum Thema Gestik:

Gestikulieren hilft Kindern beim Rechnen:
An der University of Chicago hat man durch Tests herausgefunden, dass Kinder dann besser Rechnen können, wenn diese beim Rechnen auch Gestikulieren.
Kinder die bei dem Test gestikulieren durften und sollten hatten 1,5-fach bis 4-fach bessere Rechenergebnisse als solche Kinder, die nicht gestikulieren durften.
Man vermutet ja schon lange, dass kognitive Fähigkeiten durch zeitgleiche körperliche Bewegungen verbessert werden.
Deswegen kann man beim Gehen oft besser Gedanken formulieren.
Wahrscheinlich hilft auch Kaugummi-Kauen beim Lösen von kognitiven Aufgaben.

Unser Kommentar hierzu:
Das Schulsystem wird sich wohl noch schwer tun, die lernenden Kinder zeitgleich zum Gestikulieren, Gehen oder Kaugummi-Kauen anzuregen.
Beim Präsentieren ist dies anders:
Hier haben wir schon seit langer Zeit empfohlen, Gestik und andere Bewegungen nicht nur als Rede-Schmuck, sondern auch als Gedanken-Motor zu verwenden.
Bei der Integration des Kaugummi-Kauens in das Präsentieren tun wir uns allerdings auch noch schwer.




Zurück zur Übersicht


Bestellung des Tipp+Tricks-Newsletters



Drucken dieser Seite:
    1. Doppelklick eines beliebigen Wortes im Text
    2. Strg + P
    3. OK


INSTATIK - Der Trainings-Spezialist für Präsentation und Verkauf  -  www.instatik.de