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Präsentieren Sie mit der Backbone-Technik


Die Ausgangssituation:
Wenn wir präsentieren sind wir in dem zu präsentierenden Thema meist schon seit Monaten oder gar Jahren eingearbeitet. Zudem kennen wir den Inhalt und die Struktur unserer eigenen Präsentation bis ins kleinste Detail.
Auf unsere Zuhörer treffen diese beiden Voraussetzungen aber nicht zu. Denn zum einen sind unsere Zuhörer meist zum ersten Mal mit dem präsentierten Inhalt konfrontiert. Zum anderen kennen unserer Zuhörer auch nicht die konkrete Struktur und Gliederung unserer Präsentation in- und auswendig.


Dadurch entsteht meist folgende Problematik:
Wenn wir unsere Zuhörer überzeugen wollen, müssen diese auch den Inhalt unserer Gedanken bis ins Detail verstanden haben.
Denn ein "Sich-Überzeugen-Lassen" setzt immer auch ein "Verstanden-Haben" voraus.
Aber oft können die Zuhörer unsere Gedanken gerade deshalb nicht hundertprozentig verstehen, weil Ihnen die Gesamtstruktur der Präsentation gar nicht, zu wenig oder erst zu spät völlig klar wird. Die Zuhörer sehen dann hierbei den Wald vor lauter Bäumen nicht. Es entstehen zu viele Reibungsverluste, weil der Zuhörer sehr viel seiner Kapazität in das Nachvollziehen der Präsentationsstruktur investieren muss.


Die halbherzige Lösung - Die Darstellung der Präsentationsgliederung zu Beginn der Präsentation:
Eine mögliche Lösung wäre es, wenn wir unseren Zuhörern zu Beginn unserer Präsentation auch eine Gliederungsübersicht (Agenda) der Präsentation darstellen. Diese strukturierende Vorschau auf die Präsentation gibt den Zuhörern schon mal eine gewisse Orientierung, um die Inhalte der Präsentation besser einordnen und verstehen zu können.
Allerdings reicht diese einmalige Vorschau auf die Gliederung meist nicht aus. Denn schon wenige Minuten nach der Darstellung der Gliederungsübersicht, haben die Zuhörer deren Struktur schon wieder vergessen. Und dies umso eher, je neuartiger das Gesamtthema für die Zuhörer ist. Dies haben wir schon oft in unseren Seminaren getestet und demonstriert.


Die vollwertige Lösung - Die Backbone-Technik:
Bei der Backbone-Technik hangelt man sich bei der Präsentation an einer Art Rückgrat (dem Backbone) entlang, welches man den Zuhörern immer wieder demonstriert und immer wieder vor Augen führt. Man zeigt hierzu den Zuhörern zu Beginn der Präsentation die Gliederungsübersicht, die ja genau diesen Backbone darstellt. Danach behandelt man den ersten inhaltlichen Punkt der Präsentation. Bildlich gesprochen präsentiert man nun die erste "Rippe", die von diesem Rückgrat abzweigt. Und wenn man dann diesen ersten inhaltlichen Punkt abgehandelt hat, springt man nun gerade nicht gleich zum nächsten inhaltlichen Punkt. Sondern man springt stattdessen erst wieder auf den Backbone zurück. Und erst danach geht man in den nächsten inhaltlichen Punkt hinein. Bildlich gesprochen springt man also von der Rippe wieder hoch auf das Rückgrat, geht dann auf dem Rückgrat einen Wirbel weiter und geht erst von diesem nächsten Wirbel aus wieder in die Tiefe der nächsten Rippe hinunter. 
Der Präsentator lenkt durch diese Backbone-Technik somit auch zwischen den einzelnen Präsentationsinhalten die Aufmerksamkeit der Zuhörer immer wieder auf die Gesamtstruktur und Gliederung der Präsentation. Dem Zuhörer wird dadurch immer wieder deutlich, welche Punkte bisher schon dargestellt wurden, welche Punkte gerade aktuell sind und welche Punkte später noch darzustellen sind. Der Zuhörer erkennt dadurch immer wieder die tiefere Struktur und den Gesamt-Gedankengang der Präsentation.


Die praktische Umsetzung der Backbone-Technik:
Der Präsentator soll einerseits nach der Abhandlung eines inhaltlichen Themenpunktes den Backbone der Präsentation verbal ansprechen. Andererseits sollte der Präsentator den Backbone dann auch synchron visualisieren.
Der Ablauf könnte beispielsweise folgendermassen aussehen:
Gesprochener Text:
"Meine Damen und Herren. Ich habe Ihnen gerade das Wirkprinzip unseres Turbolab 3000 gezeigt."
Gezeigtes Bild:
Kurz zuvor war noch das letzte Powerpoint-Chart zum Thema "Wirkprinzip" zu sehen.
Synchron zu seinen Worten springt der Präsentator auf Mausklick wieder auf das den Zuhörern schon bekannte Powerpoint-Chart mit der Präsentationsgliederung. Der gerade zuvor abgehandelte Gliederungspunkt "Wirkprinzip" ist darauf als einziger Punkt rot hinterlegt.
Gesprochener Text:
"Sie werden sich jetzt sicherlich fragen, welche Vorteile dieses neue Wirkprinzip bringen kann. Diese Fragestellung möchte ich Ihnen im nächsten Abschnitt unserer Präsentation erläutern. Es geht hierbei um den Nutzen und die Vorteile des Turbolab 3000."
Gezeigtes Bild:
Synchron zu diesen Worten springt auf Mausklick die rote Hinterlegung von dem Gliederungspunkt "Wirkprinzip" auf den nun folgenden Gliederungspunkt "Nutzen und Vorteile".
Gesprochener Text:
Der Turbolab 3000 hat einerseits folgenden Vorteil für Sie....."
Gezeigtes Bild:
Synchron hierzu springt dann der Präsentator auf Mausklick in sein erstes Powerpoint-Chart zum Thema "Nutzen und Vorteile".

Ohne Backbone-Technik wäre der Präsentator direkt von dem letzten Powerpoint-Chart des Themas "Wirkprinzip" in das erste Powerpoint-Chart des Themas "Nutzen und Vorteile" gesprungen.


Die Vorteile der Backbone-Technik:
Die Backbone-Technik entspricht folgendem klassischen Prinzip der Rhetorik:
"Sage, was Du gleich sagen wirst - Sage es dann - Und sage danach nochmal, was Du gerade gesagt hast."
Durch dieses Prinzip wird es für Zuhörer sehr viel einfacher, die Inhalte und den Gedankengang einer Präsentation zu verstehen und verarbeiten.
Ausserdem kann der Präsentator jeden Sprung auf den Backbone nutzen, um auch eine gewisse Dramaturgie in die Kapitelübergänge seiner Präsentation zu bekommen. 
Zudem kommt mit der Backbone-Technik auch immer deutlich die Botschaft rüber, dass die Zuhörer dem Präsentator wichtig sind. Denn dadurch dass der Präsentator den Backbone immer wieder verbal und visuell aufzeigt, zeigt er seinen Zuhörern, wie wichtig ihm es ist, dass Sie ihm folgen können.
Insgesamt ist die Backbone-Technik eine Methode, die die Überzeugungskraft einer Präsentation deutlich steigert.


Noch ein besonderer Tipp zur Backbone-Technik:
Wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht, den Backbone (Gliederungspunkte der Präsentation) auch mal mit einem vorbereiteten Flipchart-Blatt zu visualisieren, während man die eigentlichen Inhalte der Präsentation mit dem Beamer visualisiert.
Bei dieser Methode ist der Backbone am Flipchart sogar während der gesamten Präsentation für jeden Zuhörer permanent sichtbar.
Das gerade behandelte Thema wird durch einen roten Magneten auf dem Flipchart hervorgehoben.
Wenn der Präsentator am Beamer zu dem nächsten inhaltlichen Punkt kommt, dann setzt er dazu synchron am Flipchart das Magnet einfach auf den nächsten Gliederungspunkt - eventuell mit einem lauten "Klacken" des Magneten.
Diese Methode bringt eine interessante Dramaturgie mit sich.


Fazit:
Die Backbone-Technik ist einfach und fast banal - aber äußerst wirkungsvoll.
Leider nutzen aufgrund unserer Erfahrung höchstens 15% der Präsentatoren diese Backbone-Technik.
Wir haben schon sehr viele Präsentatoren erlebt, die allein aufgrund der Backbone-Technik wesentlich verständlicher, dramaturgischer, engagierter und auch überzeugender auf Ihr Publikum wirkten.
Probieren Sie es also einfach mal aus, nicht nur am Anfang Ihrer Präsentation, sondern auch bei jedem inhaltlichen Step zwischendurch die Präsentationsgliederung kurz zu thematisieren.





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